Related Topics


Als Auslaernder In Buzios Teil 2

Buzios - Ein Ort Für Auswanderer? Teil 2

Wer nach Búzios als Einwanderung kommt, muss erst einmal seinen Platz finden, oder er muss sich seinen Platz schaffen, der ihm  ein Überleben ermöglicht. Ein hervorragender Koch wird garantiert eine Zeitlang unterkommen oder gar mit der Zeit erfolgreich ein eigenes Restaurant führen können. Jeder Mittelmäßigkeit wäre allerdings kein Erfolg beschieden.
Handwerk hat auch in Brasilien goldenen Boden. Wer es zum Meister in seinem Gewerk gebracht hat, der wird auch hier als Installateur, Maurer, Schreiner, Glaser oder Maler seinen Weg machen – wenn der die Sprache des Marktes spricht!

Es gibt ein paar Ideen, die in Búzios noch zu verwirklichen wären. Es fehlen gute Ausbilder, Lehrkräfte und Trainer. Für die meisten Berufe gibt es noch keine schulische Ausbildung, weder für den theoretischen Teil, noch für den praktischen Teil. Es fehlen Handwerkskammern, es fehlen Ausbildungsrichtlinien und Ausbildungsstandards. Die handwerklichen Berufe sind im Moment in Brasilien nicht sehr hoch angesehen, weil man an jeder Ecke sehen kann, wie ein Maurer sich etwas zurecht pfuscht, ein Pützer in der Sonnenglut einen Zementputz aufzutragen versucht, ein Pinseler auf die Altanstriche aufträgt usw.  Wer in einer größeren Schreinerei als Schreiner angestellt ist, wo ein brauchbarer Maschinenparkt vorhanden ist, der hat noch die beste Wahl getroffen.
Gute, fähige selbständige Handwerker zu finden, die noch dazu in der Lage sind, eine Kalkulation vorzulegen, sind eher rar. Hier denke ich würde ein echter Bedarf bestehen – zum Beispiel für einen Altmeister.

Es wäre vielleicht auch einen Versuch eines deutschen Bäckers wert, hier seine Waren herzustellen, aber der Brasilianer ist bei  Brot nicht sehr verwöhnt. Die Brötchen kosten 25 Cent, umgerechnet 10,- Eurocent. Stangenbrot gibt es und dann erschöpft es sich auch schon, ein paar Fabrikbrote mit jeder Menge Körnern oben auf, werden in den Supermärkten angeboten. Man muss sich also über eine gute Zeit seinen Markt schaffen, bis der Brasilianer sich in ein Sauerteigbrot oder ein Schwarzbrot verliebt. Allerdings halte ich hier einen möglichen Erfolg für sehr wahrscheinlich.
Aus Panama erinnere ich mich gerne an die Geschichte eines deutschen Bäckers, der sich in den einsamen Gefilden in der Nähe eines erloschenen Vulkanes eine kleine Bäckerei gebaut hatte. Nach nicht einmal dreiß9ig Jahren, war dort ein Ausflugsort gewachsen und er hatte mit seinen Brötchen ein großes Hotel gebaut. Schuldenfrei und in einer ansehnlichen Ausstattung.

Wenn ein Metzgermeister hier in Búzios ansässig wäre, der die verwöhnten Gaumen mit den Köstlichkeiten des deutschen Handwerks versorgen könnte, auch dem – so denke ich -  wird der Erfolg nicht lange versagt bleiben.

Selbst gute Straßenbauer und Tiefbauingenieure haben eine reelle Chance, wenn sie neben dem Know how auch entsprechendes Kapital und Gerätschaften mitbringen oder anschaffen können.
Pflasterer, Dachdecker, Zimmerleute werden in Brasilien – und natürlich auch in Búzios auf viele Jahre hin ihr Brot verdienen können.