Buzios - Der Buzianische Stil
Es kann eigentlich nicht so falsch sein, wenn Stadtväter den Charakter ihrer Stadt pflegen und erhalten möchten. So ist es seit mehr als zwanzig Jahren den Stadtvätern von Búzios zu verdanken, dass ein gewisser Stil das Stadtbild von Búzios prägt und damit den Dorfcharakter erhält. Neben aller Modernität und Weltaufgeschlossenheit im Umgang mit den Menschen aus aller Welt, hat sich in der Architektur ein Stil heraus geprägt, den man den „Estilo de Búzios“ nennt, den „Buzianischen Stil“. Selbst in der Flaniermeile Búzios, der Rua das Pedras, sehen Sie keinen Kubismus oder Bauhausstil. Wo in anderen Regionen Brasiliens hauptsächlich mit Betonpfeilern gearbeitet wird, weist der Buzianische Stil kräftige Balken auf, wie auch sichtbar bleiben, naturbelassen oder braun gestrichen stellen sie das Tragwerk dar. Naturböden, Terrakotta, Glas und Stein wiederholen sich von Haus zu Haus, wobei keine Uniformität entsteht, aber ein Baustil eingehalten wird. Holzschindeln oder Naturfasern aus Palmenwedeln sind als Eindeckung nicht zugelassen, weil die Stadtväter sagen, das würde nicht zum Charakter eines ehemaligen Fischerdorfes passen. Solcherlei Eindeckungen seien eher typisch für Nordbrasilien. Hier in Búzios wird als Dacheindeckung fast ausschließlich die Mönch- und Nonne-Tonziegel verwendet, also liegende Halbschalen über die umgedrehte Halbschalen gelegt und die Längslücken der unteren Schicht schließen. Diese Art der festen Dacheindeckung ist bereits aus der Zeit vor Christus bekannt und hat sich aus dem Mittelmeerraum über die ganze Welt verbreitet. In Búzios gehört sie fest zum Stil, allerdings hat auch hier die moderne Technik nicht Halt gemacht, um die Nachteile dieser Dacheindeckung wieder wett zu machen. Bekanntlich haben derart eingedeckte Häuser mit Lecks zu kämpfen, wenn der Wind heftig gegen das Dach peitscht und den Regen so unter die Dachziegel treibt. Hier nun haben pfiffige Ingenieure die in Deutschland längst bekannte Dachfolie eingesetzt und diese wird zweilagig unter der Lattierung eingebracht. Das war es dann, das Dach ist dicht und gleichzeitig ist die traditionelle Form gewahrt. Was noch zum Buzianischen Stil gehört, ist die Geschoßanzahl. Die Häuser sind allesamt auf maximal zwei Geschossen, also Erdgeschoß und Obergeschoß beschränkt. Das Dach ist nicht ausgebaut, weil dazu die Dachschrägen zu flach sind.
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