Buzios - Das Friedliche Nebeneinander Der Kulturen 1Die jetzige brasilianische Landesregierung hat den Slogan geprägt: „Brasil um país para todos!“ Übersetzt : Brasilien ein Land für alle! Das wird täglich in die Tat umgesetzt. Brasilien war immer ein Einwanderungsland, nicht erst seit dem zweiten Weltkrieg, da sich so manche zwielichtige Gestalt aus Deutschland auf den Weg nach Südamerika machte. Es sind auch nicht immer weltbekannte Bankräuber, die hier ihr Diebesgut verprassen, wie es jahrelang der bekannte Postbankräuber in Rio de Janeiro getan hatte. Nein, viel früher schon kamen aus Europa Menschen nach Brasilien. Wenn man sich nur überlegt, dass das hier in ganz Brasilien gebraute Brahma, ein untergäriges leichtes Bier bereits seit 1888 gebraut wurde, da kam nämlich ein Schweizer Braumeister hier an, mit Namen Joseph Villiger. Allein hier in Búzios leben 40 Nationen friedlich vereint. Demonstrationen von fremden Kulturen in Brasilien kann man sich hier gar nicht vorstellen. Alle sind hier Brasilianer und alle sprechen eine Sprache, nämlich portugiesisch. Der Japaner erklärt einem seine Traditionen in Portugiesisch und der Araber erläutert seinen Kindern, wie es in seiner Heimat war – ebenfalls auf brasilianisch. Was in Búzios völlig fehlt, ist Fanatismus. Gut, wir sind in Brasilien, dem Land des Fußballs, da drückt natürlich jeder ‚seinem‘ Verein die Daumen. Aber niemand bringt den anderen um, weil er nicht für Schalke ist. Der Fanatismus aus religiösen Motiven ist dem Brasilianer – egal welcher Couleur – ebenfalls nur schwer zu erklären. Es gibt hier so viele Kirchen und Sekten, Religionen, da ist – so denkt der Brasilianer eigentlich für jeden etwas dabei. Dafür allerdings auf die Straße gehen? Das würde dem Brasilianer also nun wirklich nicht einfallen. Und wenn man denn gar keine Religion braucht und auch so ein zufriedener Mensch ist, stört das auch niemanden. Fanatiker gibt es aber in der Politik, aber das sind meistens die Politiker selbst, der Brasilianer ist da eher träge und da er sich seit Menschengedenken sowieso von den Parteien ausgenommen und betrogen fühlt, kommt da einfach kein Solidaritätsbewusstsein mehr auf. Es ist ihm irgendwo wurscht, wer nun für eine Amtsperiode an der Macht ist. Viel ändert sich ohnehin nicht. Es liegen so viele Projekte und Programme fertig zum Gebrauch und zur Realisierung in den diversen Parteischubläden, dass man gar nicht mehr sagen kann, wer letztendlich die gute Idee hatte, mal was Sinnvolles zu tun. Auch die Grünen haben mittlerweile ihren festen Platz im politischen Tagesgeschehen und kämpfen einen langwierigen Kampf gegen Fabriken und Umweltsünder, Hundebesitzer, Raucher und Übergewichtige. Ein weites Feld, auf dem gegen die Ignoranz angetreten werden muss. Das braucht Zeit und die hat man in Brasilien – ob man will oder nicht.
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