Buzios - Eine Marketingidee Teil 1Sind wir einmal ehrlich, was hilft einem der schönste Strand, wenn keine Gäste kommen. Hier in Búzios sind die Strände wohl belegt, wenn Hochsaison ist, an manchen Strandbuchten ist dann kaum ein Tisch oder Stuhl zu bekommen. Was hilft einem das beste Sonnenwetter, wenn die Mehrheit der Bevölkerung brav ihrem Job nachgeht und die nächsten Ferientage in weiter Ferne sind? Die Hotels, Pensionen und Restaurants laufen also in der Nebensaison eher auf Sparflamme. Kaum nationale Gäste, wenige internationale Gäste und natürlich die, die immer gegen den Strom schwimmen, von denen gibt es Gott sei Dank nun immer mehr. Vielleicht schaffen wir es in zehn Jahren, dass hier in Búzios das ganze Jahr über Saison ist. Im Januar kommen die Einheimischen, im Februar die Argentinier, im März die Osterurlauber aus Deutschland, im April vielleicht die Japaner und immer so weiter. Ein lieber Bekannter, der hier in Búzios ein Restaurant gekauft hat, sich seine Sporen erst noch verdienen muss, hat mir letzten Monat sein Leid geklagt. Ich kam eigentlich auf einen Nachmittagskaffee vorbei und blieb bis in die Zeit des Abendessens, dabei stellte ich fest, dass seine Tische leer blieben, kaum Gäste, keine Vorbestellungen, das Gesicht meines Freundes wurde immer länger. „So ist das bei jedem Regentag! Egal, welch leckere Gerichte ich anbiete, wenn es regnet, bleiben die meisten Gäste zuhause. Als wenn einer bei Regen keinen Hunger hat.“ Da müsste man doch was machen können, hatte ich mir gedacht. Irgendeinen Marketinggag muss man sich einfallen lassen. Ich nahm mir mit Reginaldo ein Blatt Papier vor und wir begannen einmal zu rechnen. Er hatte in seinem Restaurant insgesamt 25 Tische mit jeweils vier Stühlen. Ein vollbesetztes Restaurant konnte also maximal 100 Leute fassen und die mussten von der Küche versorgt werden, womit diese an ihre Grenzen stieß. Bei 100 Leuten hatte er pro Person einen Reingewinn von durchschnittlich 15 Real. Vollbesetztes Haus brachte also runde 1.500 Real Reingewinn pro Abend ein. Hochgerechnet konnte er also in der Hauptsaison, wenn er Abends nur einmal eindeckte (wer macht das schon – die meisten Tische werden mindestens zweimal pro Abend vergeben) und sich keinen freien Tag gönnte. 45.000,- Real Gewinn machen oder 18.000 Euro, nicht schlecht. Wie gesagt, auf dem Papier sieht es immer besser aus, als in der Realität. „Wie wäre es denn – war meine geniale Idee - , wenn Du Deinen Gästen sagen würdest: So wie es vom Wetterdienst her aussieht, wird es morgen regnen. Wer morgen zu Viert in mein Restaurant, braucht nur für drei Personen zu bezahlen. Oder: Wenn Sie morgen mit Ihrer Gattin bei uns essen, übernehmen wir alle Getränke Ihrer Frau?“ |