Buzios - Wenn Der Regen Kommt
Buzios – Wenn der Regen kommt
Kann sein, dass genau in den brasilianischen großen Ferien die Regenzeit nicht aufhören will und es um Weihnachten herum wie aus Eimern schüttet. Kann auch sein, dass die Mädchen im Sambadrom in Rio de Janeiro leider bei strömendem Regen in ihren reizenden Kostümen der Sambaschulen tanzen müssen. Wenn man sich in Búzios in der Regenperiode befindet, hilft alles Wäschewaschen nicht, die Luftfeuchtigkeit liegt bei nahezu 96 Prozent, Handtücher können dann tagelang an überdachten Stellen auf der Leine hängen, ohne auch nur einen Deut trockener zu werden. Der kluge Mann schafft Vorrat an, so hat der hiesige brasilianische Haushalt einen ganzen Schrank voller Handtücher, um über diese nasse Periode zu kommen.
Ende Februar dann, wenn alle Urlauber wieder am heimischen Herd sind, sich Schulen und Büros, Fabriken und Kantinen wieder bevölkern, beginnt dann die Trockenzeit. Die Luftfeuchte fällt auf 65 Prozent zurück, die Temperaturen pendeln sich Tag und Nacht auf schlappe 30 Grad ein. In Búzios beginnt nun die Nachsaison. Es kommen die internationalen Gäste und erleben in den brasilianischen Herbst hinein den eigentlichen Sommer. Blauer Himmel, keine Wolken – leider auch kein Wind, also rotieren die Deckenventilatoren und dröhnen die Kühlaggregate, um allem was sich bewegt, ein wenig Linderung zu verschaffen. Nach meinen ersten Erfahrungen in Búzios erlebe ich dieses Wetter ehrlich gesagt, erstaunt. War ich doch der felsenfesten Überzeugung, dass auf dieser Halbinsel eigentlich immer ein leichter Wind für Abkühlung sorgen würde, sei er tagsüber ablandig und abends auflandig, aber immerhin eine Luftbewegung. Was sich nun hier abspielt, erinnert mich eher an den Wüstenwind Calima, der als Wetterphänomen auf den kanarischen Inseln bekannt ist, wie der Scirocco. Der Calima kommt direkt aus dem Herzen der Sahara und stülpt sich wie eine Glocke über die kanarischen Inseln, dem ersten nennenswerten Widerstand, wenn er Afrika verlässt. Der Durchzug dieses Windes kann bis zu 5 Tage dauern, man hat das subjektive Gefühl, es gehe kein Lufthauch. Die Temperaturen bleiben 24 Stunden lang, rund um die Uhr bei nahezu 40 Grad. Es ist so heiß, dass selbst ein Sprung in den Pool nicht für Abkühlung sorgt, das Poolwasser hatte sich bereits nach einem Tag auf ca. 32 Grad anheizt und man fühlte sich eher in einer Brühe, als in einem erfrischenden Nass. Diese Erfahrung glaubte ich endgültig hinter mir zu haben, nun erlebe ich sie in leicht abgeschwächter Form hier auf Búzios wieder. Gott sei Dank ist man in Búzios auf die wenn auch zahlreichen Pools nicht angewiesen. Kaum fünf Minuten von meinem Büro entfernt lockt das Meer und das ist für die Jahreszeit Herbst angenehm kühl. Die Biere sind am Strand auch bestens temperiert, die Caipirinha wird mit Eisschnee serviert. Also worauf warten wir noch, wer einen trockenen, brasilianischen Sommer erleben will, kein Regen, blauer Himmel und einladend leere Strände, der nutzt die Nebensaison für seinen Jahresurlaub und erlebt Brasilien pur in Búzios.
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