Buzios - Die Vergangenheit 1Búzios hat sich in den letzten 50 Jahren wirtschaftlich entwickelt. Seit zwölf Jahren ist Búzios völlig unabhängig von Cabo Frio. Bis 1995 wurde Búzios nämlich von dieser Kreisstadt mit verwaltet. Heute steht die Stadt finanziell unabhängig da und das ist nicht zuletzt dem Tourismus zu verdanken. Was allerdings völlig unerwähnt geblieben ist, ist ein Teil der Vergangenheit von Búzios, der den meisten Lesern vielleicht gar nicht bekannt ist. Búzios oder genauer gesagt Armação dos Búzios ist auch eng mit dem Zeitalter der berühmten Piraten verbunden. Wer sich die Halbinsel einmal auf der Landkarte anschaut, wird feststellen, dass der Zugang aufgrund der Landenge sehr leicht zu bewachen ist. Selbst heute noch steht da aus dem gleichen Grund eine stets besetzte Polizeistation. Vom Meer her – von dort aus entdeckten die Piraten die vielen Buchten – kann man bei Ebbe an verschiedenen kleinen Stränden Höhlen entdecken, die natürlich für die Piraten und deren Suche nach Versteckmöglichkeiten wie gerufen kamen. Außerdem so kann man zum Beispiel am Strand Praia Ferradura (also Hufeisenstrand) ausmachen, waren verschiedene Buchten einfach ideale Verstecke für die Schiffe der Seeräuber. Vom Meer aus musste man die Einfahrten genau kennen, sonst lief man hoffnungslos auf vorgelagerte Riffe. Aufgrund der Hufeisenform waren selbst große Segelschiffe vom Meer her nicht mehr auszumachen. Es erschien den Verfolgern, als hätte das Meer die Piraten einfach verschluckt. Sie waren weg! Man konnte noch so oft um die Halbinsel und die vorgelagerten Inseln, wie die Ilha Feia kreuzen, die Piratenschiffe waren wie vom Erdboden oder von der Meeresoberfläche verschwunden. Zudem gab es für die Piraten hunderte von Versteckmöglichkeiten, die Landenge war leicht zu bewachen und so konnte man sein Diebesgut vom Meer her abladen und leichten Weges auf dem Festland an den Mann bringen. Bis ins Jahr 1615 wurde Búzios von Piraten beherrscht, da wechselten sich französische, englische und holländische Seeräuber mit dem Herrschaftsanspruch auf die Halbinsel ab. Erst die Portugiesen mit Hilfe des Häuptlings Araribóia setzten dem Umtrieb ein dauerhaftes Ende. Der Indiostamm war eigentlich bis zum Eintreffen der Portugiesen in Búzios (um 1500 herum) auf der Halbinsel ansässig gewesen. Mit Hilfe dieser Indios und deren Wissen um die Navigationsgeheimnisse der Insel, wurde dem Piratenspuk über einhundert Jahre später ein Ende bereitet. Die Portugiesen waren es leid, ständig wertvolle Waren zu verlieren, die sie aus der Dritten Welt nach Portugal schaffen wollten. Wie bekannt, setzte eine hoffnungslose Ausplünderung Brasiliens ein. Das begann mit dem in Europa so begehrten Pau do Brasil, einem tropischen Edelholz vergleichbar mit dem Mahagoni. Weiter ging es über Salz, Perlen, Diamanten, Gold und andere Edelmetalle.
|