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Buzios Ist Anders

Buzios - Eine Oase In Der Rauen Wirklichkeit

Búzios – Eine Oase in der rauen Wirklichkeit

Ganz bestimmt wird mir der geneigte Leser Recht geben, wenn ich sage, dass irgendwie jeder Urlaubsort eine Oase in der rauen Wirklichkeit ist. Wer sich denn heute noch einen richtigen Urlaub zum Entspannen leisten kann, wählt sich einen Ort aus, an den sich entweder liebgewordene Erinnerungen anknüpfen oder der einen mit Neugierde besticht.
Wir sind als Kinder mit den Eltern ein paar Jahre lang hintereinander nach Föhr gefahren. Rückte der Urlaub näher freuten wir Kinder uns auf das Wiedersehen mit Otto und Hansi. Wie groß mag wohl das Hundebaby vom letzten Jahr nun sein usw. Irgendwann hatten dann die Eltern die Nase voll von dem kühlen Wind an der Nordsee und wollten einmal wirklich vier lange Wochen lang keinen Grog im Sommer trinken müssen, Regentage in den kleinen feuchten Pensionszimmern verbringen, sondern Strand und Sonne satt. Eis essen bis zum Abwinken. Geplant wurde Italien! Wir landeten in Finale Ligure und bekamen genau das, was sich die Eltern erträumt hatten, vier Wochen blauen Himmel, Strand und Ausflüge.
Zwei Beispiele aus meiner Kindheit, wie sie vielleicht viele Leser gemeinsam mit mir haben. Wenn ich Búzios als eine Oase in der rauen Wirklichkeit bezeichne, so meine ich allerdings nicht nur den Betrachtungswert eines Urlaubers. Búzios ist in vielerlei Hinsicht anders als andere Orte in Brasilien.
Nehmen Sie die geringe bis fast gar nicht vorhandene Kriminalitätsrate. Wir können mit Mord- und Totschlag-Schlagzeilen leider nicht dienen. Die meisten Häuser sind unverschlossen und dennoch bekommt der Hausrat hier keine Beine. Die Alarmanlagen an den Autos sprechen meistens nur an, weil die Kiste zu lange in der Sonne gestanden hat oder sich sonst irgendeine Fehlfunktion eingeschlichen hat – jedenfalls nicht, weil ein Pole zu Besuch kam.
Hier passen die Häuser noch zusammen und Eigenheimidyllen werden nicht durch Plattenbauten oder gar Hotelklötze verschandelt. Hier gibt es den kleinen Supermarkt genau so, wie die vielen kleinen Läden und Geschäfte in einem friedlichen Nebeneinander. Die Bäckereien halten voneinander einen logischen Abstand, während unterschiedliche Restaurants sich in der Flaniermeile aneinander reihen und dem Gast die Auswahl schwer machen.
Die Búzianer setzen Stein und Bein in Bewegung, um dem Fremden einen angenehmen Service angedeihen zu lassen, es werden Fahrtengemeinschaften gebildet, damit der Tourist nicht verloren am internationalen Flughafen von Rio de Janeiro stehen und sich vielleicht in einem der sündhaft teuren Taxis nach Búzios fahren lassen müsste. Statt satter 250,- Real kommt der Gast so für 50,- Real vom Flughafen direkt nach Búzios zu seiner Privatunterkunft.
„Ach, der Gast spricht unsere Landessprache nicht, Moment, ich hole eben meinen Bruder, Neffen, Onkel oder Nachbarn, damit wir uns verständigen können. Wäre doch gelacht, wenn wir keinen Weg finden würden, um miteinander klar zu kommen.“ Das ist Búzios, niemand bleibt außen vor, es sei denn er sträubt sich gegen jeden Annäherungsversuch