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Buzios - Leben Und Essen

Buzios - Gastkontakte

Ist es Ihnen auch schon mal so ergangen, Sie sitzen in einem netten Restaurant, werfen einen Blick in die Speisekarte, da steht dann unter anderem  „Sonderangebot des Tages…“ es folgt dann eine besondere Leckerei, die sogar preislich sehr verlockend erscheint.

Manchmal hängen auch große Tafeln aus, die die Spezialitäten des Tages kundtun. Manchmal frage ich mich dann, was mag wohl gestern für eine Spezialität da gestanden haben und was wird erst morgen da stehen?

Was wäre, wenn der Gast von Gestern, der hier am gleichen Tisch gesessen hat, bereits wüsste, was es heute Gutes geben wird. Vielleicht wäre er dann sogar noch einmal wiedergekommen.

Mein Bekannter, der in Búzios ein Restaurant hat, machte das allerdings auch immer so, dem kam morgens eine Idee, dann ging er einkaufen, schrieb das Tagesgericht auf die Tafel und fertig war die Nummer.
Das muss man doch besser machen können, dachte ich mir da. „Wer hat eigentlich gestern hier gesessen, gut gegessen, bezahlt und ist dann zufrieden nach Hause?“ wollte ich wissen. „Äh, keine Ahnung!“ Da war es also wieder, selbst er kannte seine eigenen Kunden nicht. Wer sich ein ganz klein wenig in Marketing auskennt, weiß, dass der Kunde von Gestern mein Kapital von morgen ist. Kunde=Kapital, das ist eine Milchmädchenrechnung – jedenfalls so einfach. Waren Sie mal bei „Chez Voltaire“ in Búzios essen? Leckere Gerichte, wirklich, auch ein netter Koch – der Besitzer. Nur eben eine Stilrichtung, der selbst der Erfinder lange ade gesagt hatte: Nouvelle Cuisine. Sprich: Riesige Teller mit fast nichts drauf und das sündhaft teuer dekoriert! Würde ich das Restaurant weiterempfehlen? Eher nicht, mein Freund würde mich nächsten Tag zur Rede stellen!

Aber gehen wir mal von einem gelungenen Abend mit zufriedenen Gästen aus. So einen Gast kann man sich als Wirt, Hotelbesitzer oder Restaurantinhaber einfach nicht durch die Lappen gehen lassen. Ich habe meinem Bekannten in Búzios folgenden Tipp gegeben: Wenn der Gast seine Rechnung verlangt, bringe ihm ein kleines Geschenk mit – verlange aber im Gegenzug eine Kontaktmöglichkeit mit ihm. Da sich meine Weisheiten in Sachen Marketing allesamt nur in Verbindung mit dem Internet darstellen, riet ich meinem Bekannten, seine kleinen Gastgeschenke im Gegenzug für die Email-Adresse herzugeben. So ein kleines Geschenk kann ein Schlüsselanhänger mit dem Restaurantnamen und Telefon sein, oder ein leeres Brillenetui mit der Restaurantadresse, ein Gutschein für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen am nächsten Tag. Hier kann man der Fantasie freien Lauf lassen.

Mein Bekannter hat die Idee umgesetzt und hat mittlerweile eine stattliche Anzahl von 586 Emailadressen. Auf seinem Bord-PC habe ich ihm ein Programm eingerichtet, da schreibt er sich nach der göttlichen Schöpfung seiner Tageskreation einen Text frei von der Leber weg und mit einem Knopfdruck haben seine Email-Kunden die Tagesnachricht in ihrem Brieffach.

Gut essen in Búzios: Heute schon wissen, was es morgen gibt! Nicht so verkehrt, oder?