Buzios - Der Internationalste Flecken In Ganz Brasilien 2
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Wer einmal in seinem Leben in Florianopolis gewesen ist, wird mir Recht geben, dass man in der Hochsaison dort kein Portugiesisch mehr spricht, sondern nur noch mit Spanisch zu Recht kommt. Die grölenden Billigtouristen aus dem Nachbarländle haben die wenigen ansässigen Einheimischen nahezu völlig verdrängt. Wer immer dort ansässig und die Chance sieht, eine „Mark zu machen“, vermietet sein eigenes Haus für die drei Monate und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Inland. Man kehrt erst zurück, wenn die Horden saufender und johlender, scheinbar 24 Stunden täglich feiernder Argentinier und Uruguayer wirklich verschwunden sind, setzt sein Häuschen wieder in Stand und freut sich, es diesmal überstanden zu haben – vielleicht sogar mit einem gar nicht so schlechten Gewinn. Ganz anders hoch oben im Norden noch hinter Salvador de Bahía in einem kleinen Fischernest namens Arembepe. Hier erholten sich nach anstrengenden Tourneen in den Sechzigern, Leute wie Mick Jagger, Janis Joplin und Konsorten, zogen gleich einen Haufen Hippies an, die dort eine Kolonie gründeten. Fünfzig Jahre später kann man die Reste der Kolonie und ein paar sehr gealterter Hippies immer noch „bewundern“. Man darf sagen, das Dorf hat schon bessere Zeiten gesehen, der Tourist, der auf ein gepflegtes Zimmer und einwandfreies Essen wert legt, hat Arembepe hinter sich gelassen und so träumt denn Arembepe wieder still vor sich hin und freut sich über ein paar Wochenendbesucher. Privatpensionen kann man gleich gebraucht und im Dutzend käuflich erwerben. Es geht aber nicht nur Arembepe in Bahia so, auch die Trauminsel Itaparica, einst die Nummer 1 unter den Ausflugsorten hat die besten Jahre hinter sich. Es wurden andere Strände erschlossen, man braucht nicht mit einer Fähre übersetzen und alle Wiederbelebungsversuche sind bis heute im Sand verlaufen. Ein guter Bekannter hat dort vor fünf Jahren ein Grundstück sehr günstig erworben, eine kleine Privatpension gebaut und wartet seitdem vergebens auf Gäste, die ihm helfen sollen, zumindest über Wasser zu bleiben.
Búzios hingegen macht keine aggressive Werbung, es lebt praktisch seit den Sechzigern von der Mund zu Mund Propaganda. Den Buzianern ist es ganz Recht, wenn im Ausland nur wenige wissen, dass es Búzios überhaupt gibt. Jedesmal wenn eine internationale Hotelkette die Finger nach Búzios ausstreckt, um hier einen ihrer wunderschönen Betonklötzen für den Massentouristen hinzusetzten, bekommt das Management vom Bürgermeister eines auf die Finger und eine klare Absage. Man will nicht, dass Búzios zu einem zweiten Saint Tropez, Gran Canaria oder gar Mallorca wird. Die in der Hauptsaison auftretenden Versorgungsprobleme sind ohnehin kaum noch zu meistern, warum also noch mehr Probleme aufwerfen.
Es gibt doch wahrhaftig genug Orte auf dieser Welt, die genau dem Geschmack des Massentouristen entsprechen, Búzios muss da nicht unbedingt auch noch dazu gehören. Eine weise Entscheidung. Wer dennoch kommt, wird beim Kommen willkommen geheißen, für die Aufenthaltsdauer gern in die Familie aufgenommen und genau so freundlich wieder verabschiedet. Vielleicht bis zum nächsten Jahr!
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