Related Topics


Buzios Und Die Einheimischen

Buzios - Ein Paradies Fuer Kinder 2

Buzios Und Die Einheimischen

Wenn ich früher beim Skifahren auf der Winkelmoosalm den Einheimischen neidisch bei ihrem Abfahrtskönnen zuschaute und merkte das war für mich einfach unerreichbar. Die Kinder konnten monatelang  täglich Ski fahren, von zu Hause bis zur Schule, nachmittags auf den Hängen, die ihnen vom Sommer her so bekannt waren, wie der eigene Vorgarten. Da muss man neidlos eingestehen, das kann man in den Winterferien auch mit einem Kurs in einer Skischule einfach nicht erlernen.
So ähnlich dürfen sich wohl die Kinder fühlen, die hier mit den Eltern einen Badeurlaub in Búzios verbringen und dann den einheimischen Kindern bei ihrem Spiel mit den Wellen zuschauen.
Die Kids sind einfach mit dem Wasser aufgewachsen, kennen die Wellen, deuten die Winde, wechseln das Surfboard entsprechend dem Seegang. Die meisten haben mindestens drei Bretter zuhause stehen. Ich habe Jugendliche in kleinen Gruppen die eigenen Surfbretter herstellen sehen, da wird gefachsimpelt, geschliffen, mit Glasfasermatten gearbeitet, wieder geschliffen, lackiert, designed,  es werden Entscheidungen über die Anzahl der Finnen gefällt, die beste Standposition wenn es in die „Röhre“ geht.
Wie soll da ein Urlauberkind mithalten? Aber muss man ja auch gar nicht, es kann nichts Schlimmeres passieren, als dass man bei einem Fehlversuch ins Wasser fällt – und das passiert den Einheimischen auch alle Nase lang.
Hier entsteht auch nicht die Kluft, wie die Einheimischen als die Könner und Ihr die Urlauber als die Anfänger. Wer im ersten Urlaub noch ein Anfänger ist, schließt hier schnell Freundschaften, des alle verstehen sich als Freunde des Surfens und alle sind auf der Suche nach „ihrer“ Welle.
Beim nächsten Urlaub hat man dann schon Kontakte gepflegt und kann daran vom Vorjahr anknüpfen. Aus den besten Stränden zum Surfen machen die Kids kein Geheimnis. Der Strand der heute noch bei leichtem Wind gerade die richtigen Wellen bereitet hielt, liegt morgen verlassen da, weil die Jungs und Mädels an einen anderen Strand sind, die Gezeiten haben gewechselt und daher muss man einfach bei der Vollmondphase an den anderen Strand, weil da die Wellen eben kräftiger sind oder länger – oder was weiß ich. Die Kids verstehen es und nehmen die Urlauberkinder gerne mit. Diese Integrationsbereitschaft ist nicht nur bei den Kindern eine typische Charaktereigenschaft.
Es gibt hier ein „Haus der Kultur“ und da ist jeden Tag etwas anderes angesagt. Irgendjemand schart immer wieder andere Gruppen um sich, lehrt und gibt sein Wissen mit Freude weiter. Die meisten freiwilligen Lehrer tun das ohne finanzielle Gegenleistung – einfach aus Freude am Lehren. Kindergruppen, Jugendliche und Erwachsene lernen und nehmen begeistert auf und so mancher Feriengast wurde in die Gruppen für die Zeit seines Búziosaufenthaltes  mit einbezogen. Ich denke im Moment ernsthaft darüber nach, ob ich nicht auch mal reinschauen sollte und vielleicht eine Gruppe bilden könnte, in der ich Kids das Drachenbauen beibringe.