Related Topics


Buzios Und Seine Attraktionen

Buzios - Wenn Der Sommer Geht

Buzios – Wenn der Sommer geht

Der richtige trockene Sommer kommt hier in Búzios eigentlich erst Ende des Sommers und zu Beginn des Herbstes zum Zuge. Die drei wichtigen Hauptsaisonmonate, Dezember, Januar und Februar sind durchgestanden und die Sommertouristen der direkten Nachbarländer, Uruguay und Argentinien sind wieder am heimischen Herd.

Wen es interessiert, in diesen drei Hauptgeschäftsmonaten der Búzianer schnellen die Preis auf das doppelte bis dreifache in die Höhe, nicht nur in den Hotels und Privatpensionen ist alles teurer, auch die Geschäfts für die Grundversorgung etikettieren um.
Ob das eine angebrachte Geschäftspolitik ist, weiß ich nicht zu sagen, aber alljährlich ist Búzios um die Silvester- und Karnevalszeit ausgebucht, egal welcher Preis verlangt wird. Da gibt es Feste, die über 100 Euro Eintritt verlangen und sie sind Monate vorher bereits ausgebucht, wie der alljährliche Maskenball im „Patio Havana“ auf der Rua das Pedras. Jedes Schwert hat zwei Schneiden und so kann man die Preisgestaltung auch aus einer anderen Perspektive sehen. Hotels und Restaurants, Pensionen und Ladengeschäfte wären bestimmt nicht böse, würden deren Angebote außerhalb des Hauptsaison mehr in Anspruch genommen. Vielleicht will man den Gast der Hauptsaison so eher in die Nachsaison locken.  Denn einen guten Gast verprellen, das will sich keine Geschäftsmann hier leisten. Man lebt auch hier vom zufriedenen Gast, der wiederkommt und vielleicht neue Freunde mitbringt. Nur in der Hauptsaison da kann es mitunter eng werden.
Wer es also lieber etwas ruhiger angehen lassen möchte, Kellner vorfinden will, die noch Zeit für den Gast haben, der ist in der Nachsaison in Búzios sehr gut aufgehoben. Statt 100 Euro kostet die Übernachtung in einem Doppelzimmer mit großem Frühstück dann nur noch 45,- Euro. Ich denke, das ist schon eine Information, die Anreiz zu einer Urlaubsplanung in der Nebensaison gibt.

„Schreiben Sie doch mal  was über Búzios!“ Gesagt, getan, hier sitze ich daher und schreibe über mein Lieblingsfleckchen Erde.

Wer von Europa – der alten Welt, wie man hier noch immer sagt, oder dem alten Kontinent – nach Búzios kommen will, der hat zwar keinen beschwerlichen Weg vor sich, aber von Haus zu Haus, mit Auto oder Bahn, Flieger und Transfer zur Unterkunft, können schon mal fast 20 Stunden vergehen. Nur 20 Stunden bis ins Paradies? Das geht doch, oder? Traurig ist immer nur die Abfahrt, wenn es hier heißt Abschied nehmen und sich dem europäischen Wetter, Tempo und Arbeitsklima wieder zur Verfügung zu stellen. Aber auf einen lieben Gast warten wir gerne – auch ein Jahr – und er wird wieder genau so freundlich aufgenommen und mit einbezogen.  Und der Abschied von Búzios führt über die Brücke von Niteroi,  hier wird dem Abschied nehmenden noch einmal Meer satt und zu beiden Seiten der Brücke weit bis zum Horizont geboten. Dann öffnet Rio de Janeiro noch einmal seine Arme. Der Verkehr nimmt einen auf und über einen schnellen Zubringer ist man am Flughafen Tom Jobim. Die letzten Sambaklänge aus den Lautsprechern, Ladenlokalen oder Restaurants und dann schickt sich der Heimwärtsziehende ins unvermeidliche, dem Prozess des Eincheckens und Abwartens.  Der braslianische Sommer hatte es in sich, das Prickeln auf der Haut wird eine Zeit  lang vorhalten, bis dann die unwiderstehliche Sehnsucht wieder einsetzt.