Buzios - Ein Tauchabenteuer Teil 1Wer an der brasilianischen Küste, speziell vor Búzios die Gelegenheit hat zu tauchen, kann mit ein bisschen Glück den Mero in seinem Reich antreffen. Dieser Fisch auf Lateinisch Epinephelus lanceolatus genannt, ist in der deutschen Sprache als Riesenzackenbarsch bekannt, allerdings weder in der Nordsee noch der Ostsee anzutreffen. Vor vierzig Jahren noch galt der Mero als entweder ausgestorben oder zumindest stark gefährdet. Eine Tauchergruppe, bestehend aus zwei deutschen Pärchen war Ostern 2008 bei mir zu Gast und die hatten von dem Mero gehört und wollten unbedingt ein Exemplar ausfindig machen und wenn eben möglich, sogar ein paar Bilder machen. Sie baten mich um Hilfe und da ich dem Mero bereits vor zwanzig Jahren bei Tauchgängen in Panama begegnet war, kramte ich in meinen alten Unterlagen. Der Mero kommt grundsätzlich als Weibchen zur Welt. Geschlechtsreif sind die Tiere erst ab der Länge von über einem Meter. Sollten sich in der Region nicht genug Männchen aufhalten, so verwandeln sich die älteren Weibchen in Männchen, die weiblichen Geschlechtsorgane bilden sich zurück und machen den männlichen Platz. Eine Rückverwandlung ist nicht möglich. Irrtümlich wurde angenommen, dass alle Meros Hermaphroditen sind, aber das haben neue Untersuchungen widerlegt. Zur Paarungszeit werden keine Pärchen gebildet, sondern es treffen sich alle Meros aus der Region, um zu einem magischen Moment ihren Teil an Rogen oder Milch beizusteuern. Viele hundert befruchtete Eier kommen so zustande, allerdings bestehen dem Kampf um das Leben nur immer einige wenige Dutzend. Der Inhaber der Tauchschule hier in Búzios, ein alter Bekannter der Familie meiner Frau, nahm sich meiner Taucher an und nun ging es früh los, denn man wollte bei Sonnenaufgang draußen an einem Riff sein, wo der Tauchlehrer meinte, Meros zu wissen. Erst gab es ein paar Probleme, die Taucherausrüstung meiner Gäste, genauer die Lungenautomaten passten nicht zu den hiesigen Flaschenanschlüssen und es mussten erst vier Adapter besorgt werden. Man entschied sich für 7mm Neoprenanzüge, Anja nahm noch eine wärmende Eisweste mit. Marcio der Tauchlehrer sprach ein wenn auch gebrochenes Englisch, Mirco einer aus der deutschen Gruppe ein wenig Portugiesisch. Unter Wasser war es dann eh egal. Die kleine Yacht der Tauschschule stellte den Motor ab, ein Anker wurde platziert und die Aufregung war nun wirklich spürbar. Alle waren endlich fertig, die Ausrüstung gegenseitig geprüft. Marcio gab das Zeichen und die Taucher gingen über die niedrige seitliche Bordwand. Bevor es abwärts ging, reichte der an Bord bleibende Helfer noch die Kameraausrüstung und die Unterwasserlampen nach und dann verschwand die Gruppe Richtung Tiefe. Es sollte ein Tauchgang auf etwa 20 bis 25 Meter Tiefe werden und man wollte in spätestens 18 Minuten mit dem Auftauchen beginnen. Die Zeit lief also.
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