Buzios - Was Man Wissen Sollte - Teil 1Búzios liegt zwar direkt am Meer und gehört zu einem Gebiet, welches die Region der Seen genannt wird, allerdings mangelt es gewaltig an Süßwasser. Solange Búzios nur ein kleines Fischerdorf war mit knapp 10.000 Einwohnern war das nicht so problematisch, es wurden Brunnen gebohrt und man filterte das brackige Wasser. Heute leben in Búzios 25.000 Menschen das ganze Jahr über, aber selbst das wäre noch durch Zulieferungen aus Nachbarorten zu überstehen. In der Hauptsaison wächst das Dorf allerdings auf nahezu 350.000 Menschen an und damit entstehen Trinkwasserversorgungsengpässe, die sich nicht mehr mit dem zugelieferten Wasser der hiesigen Stadtwerke lösen lassen. Daher gehört es zum alltäglichen Straßenbild, dass große Tankwagen unterwegs sind und die Häuser mit jeweils 10 Kubikmetern Süßwasser versorgen, wo es in den hier hausüblichen Zisternen gespeichert wird. Ohne diese teure Zusatzversorgung mit Süßwasser – nicht unbedingt Trinkwasser – wäre an ein Fortbestehen Búzios als attraktiver Touristenort nicht zu denken. Der verwöhnte Tourist aus Rio de Janeiro oder São Paulo, also aus Bereichen, wo nie Trinkwasser oder Süßwasser knapp wird unser Búzios aufsucht, tut gut daran, sich ein wenig umzustellen. Niemand sollte in Búzios unnötig Süßwasser verschwenden. Ein Bekannter von mir hat eine Pension mit 35 Suiten, sagte mit, wenn alle vom Strand wiederkommen und Duschen, muss ich zwei mal am Tag den Tankwagen rufen, sonst duschen die mir meine Zisterne leer – und die fasst 20.000 Liter. Was den einreisenden Touristen vielleicht auch nicht so bekannt ist, hier steckt die allgemeine Kanalisation irgendwie noch in den Kinderschuhen. So haben die meisten Häuser eine Sickergrube mit einem Dreikammersystem und entsprechender Verrieselung. Die Sickergruben müssen einmal im Jahr gewartet werden. Der Nachbarort Cabo Frio hat bereits eine moderne Kläranlage und die städteplanerischen Überlegungen gehen auch in Búzios in diese Richtung. Dem europäischen Touristen ist es von Kindheit an anerzogen worden, nach dem großen oder kleinen Geschäft Toilettenpapier zu benutzen und es dann nach zwecklicher Verwendung in die Toilette zu werfen und herunter zu spülen. Es gibt nun Länder – und dazu gehört Brasilien, die aufgrund ihrer Abwassersituation und aufgrund der herkömmlichen Abwasserrohrdimensionierungen hierzu völlig ungeeignet sind. Es käme unweigerlich zu hässlichen Verstopfungen. So hat es sich eingebürgert, dass unmittelbar neben der Toilettenschüssel ein kleiner Abfalleimer bereit steht, in welchen der Benutzer das verwendete Toilettenpapier entsorgt. |