Buzios - Ein Ferienort Mit ZukunftBúzios wird sich nie zu einer internationalen Ferienmetropole entwickeln, das liegt zum einen an der besonderen geografischen Lage: Auf einer Insel oder Halbinsel sind die Grundstücke nicht beliebig vermehrbar. Der andere Grund hat weniger natürliche Ursachen, als eher die äußerst Bedachte Politik unsere Stadtverwaltung. Vor Jahren schon, hat man jedem Bauboom einen Riegel vorgesetzt, mehr als zwei Geschosse, also Erdgeschoss und Obergeschoss dürfen nicht erstellt werden. Große Hotelkonzerne haben aus diesem Grund hier in Búzios keine Chance, die wunderbaren Strandpanoramen zu verschandeln und Abwässer im Meer zu verklappen. Auf Jahre hinaus wird man zwar die Berghänge mit mehr oder weniger in die Natur eingepassten Eigenheimen weiter hin bebauen dürfen, aber es sind Grenzen gezogen und Berge und Täler unter Naturschutz gestellt worden. Das Bauamt hat auch überhaupt kein Problem damit, morgens um sechs mit Richter, Polizei und Baggern auf einer Baustelle aufzutauchen und nicht geplante Freiterrassen, die freischwebend über Baumwipfel gezogen worden, abzureißen. Natürlich nur, wenn der Bauherr denn gar kein Einsehen hat und sich gegen Genehmigungen, Abmachungen, Auflagen und behördliche Abrissanordnungen resistent erweist. Das urwüchsige soll bewahrt werden. Die Natur soll in ihrer Schönheit auch noch den Folgegenerationen zur Betrachtung zur Verfügung stehen. An der Prachtstraße des Ortes wurde viele Jahre geplant, ganz am Eingang von Búzios ist sie nun schon zum zweiten Male geteert worden, wenige Kilometer vor dem Zentrum erstrahlt sie auch schon in ihrer geplanten Pracht, aber dazwischen liegen noch ein paar Kilometer, wo die Straße nur ein besserer, schlaglochüberlagerter Weg ist, eben mal mit einer Spur für jede Fahrtrichtung, keine Bürgersteige oder Radwege und die alten Häuser stehen dicht an dicht in der vordersten Reihe. Hier ist nun ein großangelegtes Straßenlandprogramm gestartet. Alte Häuser müssen weichen, es muss Straßenland abgegeben werden, um auch die letzten Kilometer passend zu gestalten. Moderne Läden, Bäckereien, Pensionen und Annehmlichkeiten, wie Friseursalons, Praxen und was sonst an Infrastruktur für eine Stadt nützlich, sinnvoll und üblich ist, werden dann in neuem Glanz erscheinen. Aber das wird wohl noch weitere zehn Jahre dauern, bis alles so realisiert ist, dass man vom Eingangsbogen bis in die Innenstadt durch eine beeindruckende, saubere, geplante, moderne Straße fahren kann. Bis dahin werden sich alljährlich in er Hauptsaison die Autos dicht an dicht durch die kleinen Vororte schieben und auch alle bekannten und neu gefundenen Schleichwege verstopfen. Wenn auch die Häuser nicht beliebig vermehrbar sind, der Autozustrom wird von Jahr zu Jahr größer, es müssen Parkmöglichkeiten geschaffen werden und ein reibungsloser Verkehrsfluss sicher gestellt sein. Ich denke mal, das wird in Zukunft einer der Schwerpunkte sein, die es zu lösen gibt. Vielleicht wird dann doch noch ein Autofreies Zentrum entstehen. Schon jetzt fahren alle drei Minuten die Kleinbusse für einen lächerlich geringen Betrag alle Gäste, Anwohner und Besucher von den Vororten bis ins Zentrum und wieder zurück. |