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Fischerdorf Buzios

Buzios - Im Wandel Der Zeit

Buzios – Im Wandel der Zeit

Es ist vielleicht eben mal 45 Jahre her, da war Búzios einfach nichts anderes, als eines der vielen an der Atlantikküste gelegenen Fischerdörfer. Fischerdörfer, wie man sie von Nord bis Süd in Brasilien vorfindet. Der Fischreichtum vor der Küste war und ist eine bleibende Einnahmequelle, die vielleicht keinen Wohlstand verspricht, aber ein sicheres Auskommen.

Die Fischer brauchen nicht tage- oder wochenlang auf See zu verweilen, den Fischschwärmen nachjagen, sie fahren in den späten Abendstunden raus und kommen nach erfolgreichem Fang mit der Morgendämmerung wieder zu ihren Anlegern.

Es wurde irgendwann bekannt, dass Anfang der 60iger Jahre die französische international bekannte Filmschauspielerin Brigitte Bardot hier in Búzios vom Rummel ihres Starlebens mit einem Lebensgefährten – oder Zeitabschnittsgefährten – Urlaub machte. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass mit einem einmaligen Besuch der Bardot das Schicksal des Fischerdörfchens mit einem Schlag ein anderes wurde.
Es ist wohl eher so, dass mit den Nachkriegsjahren, Wiederaufbau weltweit auch eine bessere Wirtschaftssituation einsetzte und man wieder an Reisen denken konnte. In diesem Begehren nach schönen Stränden, himmlischer Ruhe und guten, aber preiswertem Essen, wurde wohl Búzios nicht nur von einem, sondern von einer ganzen Reihe von Menschen entdeckt. Es kamen nicht nur Argentinier, sondern bald auch Gäste von weiter her, die sich bei den Fischern in einem Gästezimmer einquartierten. Teilweise fuhren die Sommerfrischler aus purer Erlebnislust mit den Fischern raus, teilweise führte der Vorbeizug der Wale internationale Wissenschaftler nach Búzios, die das Verhalten der Wale studierten.
Búzios war damals aktiv am Walfang und an der Vermarktung und Verwertung der Wale beteiligt. Heute hat Búzios eine ständige ertragreiche Einnahmequelle entdeckt, den internationalen Tourismus. Oder vielleicht wäre es besser zu sagen, dass die Touristen Búzios entdeckt haben und die Buzianer daraus eine Einnahmequelle zu machen verstanden haben.
So ist mitten in Brasilien ein internationales Terrain entstanden, man kommt mit Englisch klar, oder Französisch, selbst auf Spanisch und Italienisch kann man sich verständigen. Mehr als vierzig Nationalitäten sind hier in Búzios ansässig geworden und nicht wenige leben vom internationalen Tourismus. Die Bestrebungen gehen dahin, die internationalen Touristen für die Zeiten außerhalb der Hauptsaison zu interessieren, weil eigentlich nur da noch Kapazitäten frei sind und ein Wachstum möglich scheint. Auch das wunderbar milde Seeklima spielt hier mit, ist doch eigentlich das ganze Jahr über Strandwetter.
Tatsache ist allerdings auch, dass in der Hauptsaison die über 650 kleinen Hotels und Pensionen stets restlos ausgebucht sind und wer sich dennoch auf den Weg nach Búzios gemacht hat, in der Hoffnung noch irgendwo günstig ein Zimmer mit Bad zu ergattern, oft stundenlang umherfährt und nicht selten eine oder zwei Nächte am Strand verbringen muss. Tatsache allerdings ist auch, dass in der Nebensaison hunderte von kleinen Pensionen monatelang leer stehen und ihre gepflegten Unterkünfte für einen Appel und ein Ei anbieten – vergebens!