Buzios - Der Tourismus 2Buzios – Der Tourismus 2 Es gibt Menschen, die liegen einem mehr und es gibt eben andere, mit denen man nicht so leicht auskommt. Ich kann mich von dieser doch wohl menschlichen Eigenschaft des Empfindens von Sympathie und Antipathie nicht freisprechen. Ich werde nie vergessen, als ich das erste Mal in einem Restaurant saß, ich hatte eine Freundin eingeladen und wir hatten gut gegessen, unseren Kaffee getrunken und ich bat den Ober: „Die Rechnung bitte!“ Wie in Brasilien üblich, kam sie in einem kleinen Lederetui. Ich griff an meine Gesäßtasche und wurde blass, ich hatte kein Geld dabei. In Windeseile überlegte ich, wo ich mein Portemonnaie gelassen haben könnte. Ganz klar, beim Umziehen hatte ich vergessen, es aus der anderen Hose zu nehmen. Was tun? Ich wollte schon meine Bekannte bitten, eben hier auf mich zu warten, während ich schnell zum Hotel ging, um meine Geldbörse zu holen. Der Kellner merkte wohl mein Unbehagen: „Ist irgend etwas nicht in Ordnung, kann ich irgend etwas für Sie tun?“ Ich erklärte ihm den Sachverhalt, dass ich zwar kein Zechpreller, aber dennoch ohne ein Zahlungsmittel sei. Er ließ mich gar nicht ausreden und ich kam auch nicht zu meinem Angebot, meine Bekannte, quasi als Pfand da lassen zu wollen. „Zahlen Sie einfach, wenn Sie das nächste Mal hier vorbei kommen.“ Ja war es denn zu fassen, der Mensch kannte uns gar nicht und es hätte gut sein können, dass wir erst in fünf Jahren oder überhaupt nie mehr wieder kommen. Aber so sind die Buzianer. Sie sind nicht auf Teufel komm raus hinter dem Geld her. „Zahlen Sie einfach, wenn Sie das nächste Mal hier vorbeikommen.“ Stellen Sie sich das bitte einmal in einer Stadt wie München o der Salzburg vor, in einem Restaurant, wo sie kein Mensch kennt. Wahrscheinlich wäre die Polizei gerufen worden und man hätte meine Personalien festgehalten, mich eventuell als Zechpreller angezeigt. Zumindest wäre mir ein Lokalverbot ausgesprochen worden. Ich konnte es nicht fassen, aber so sind die Menschen hier. In meinen späteren Zeiten hier als Mitbewohner habe ich noch viele solche Erlebnisse gehabt. Man nimmt den Fremden hier auf, wie einen Freund, nicht wie jemanden, dem man den letzten Euro aus der Tasche ziehen muss. Der Gast soll sich wohlfühlen und gerne wiederkommen. Das macht das besondere Flair von Búzios aus.
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