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Grosseltern In Buzios

Buzios - Die Alten Leute

Die alten Leute von Búzios findet man nicht um 11 Uhr vormittags bereits in der Eckkneipe, wo sie ein Geldstück nach dem anderen in die Spielautomaten werfen, sich mit Bier und Korn vergnügen und bereits zum Mittagessen mit einer fröhlich voran flatternden Fahne durch die Gegen laufen. Die alten Leute haben hier auch im Rentenalter einen festen Platz in der Gesellschaft. Nicht selten ist die gar nicht unbescheidene Rente in mancher Jungfamilie im Anfang eine große Hilfe, um sich über Wasser zu halten.

In anderen Situationen sind es gerade die Großeltern, die der Familie so manchen sonst unerfüllbaren Wunsch realisieren helfen. Wenn Mama oder Papa mal gerade keine Zeit haben, so weiß sich in Kind in Búzios sofort zu helfen. Die Omas und Opas haben immer ein offenes Ohr für die großen und kleinen Nöte der Enkelkinder. Nicht selten gehen beide Elternteile arbeiten oder haben ein eigenes Geschäft, so dass der Haushalt unter dem Regime der Oma funktioniert.

Es liegt mir fern, hier eine Familienidylle aufzuzeichnen, die konfliktlos in einem traumhaften Miteinander ohne Sorgen so vor sich hin existiert. Aber Tatsache ist, dass es in Brasilien und besonders in kleinen Orten wie Búzios noch die Großfamilie gibt! Hier haben die Alten einen festen Platz und niemand käme auf den Gedanken, die Alten im Heim abzuliefern.  Der Sohn erfreut sich an der Kommunikationsmöglichkeit mit dem Vater und man muss nicht vierhundert Kilometer fahren, um den Bruder zu treffen oder ein anderes Familienmitglied und zu größeren Festen kommen dann natürlich auch die Verwandten, die ein wenig weiter weg wohnen zusammen.

Wichtige Familienfeierlichkeiten in einer solchen Großfamilie sind unter anderem Hochzeiten, Jubiläen, der 15. Geburtstag der Töchter, wenn diese nach altem Brauch die Schwelle vom Kind zur Mädchen überschreiten.

Von feindlichen Brüdern, Clan-Feindseligkeiten oder Zwisten, die über Generationen „gepflegt“ werden, habe ich hier in Búzios noch nicht gehört. Es mag daran liegen, dass die Bewohner der kleinen Halbinsel seit Generationen Besuch aus aller Welt erhalten und daher eine Aufgeschlossenheit allem Fremden gegenüber entwickelt haben. In das tropische Klima passen da einfach keine langatmigen Konflikte. Was gesagt werden muss, wird gesagt und dann ist es auch wieder gut. Man lädt sich gegenseitig zum Grillen am Sonntagnachmittag ein, trinkt ein Freundschaftsbier – oder zwei – und die Angelegenheit ist vergessen. Friede und Harmonie ist dem Buzianer wichtig. Das gilt sowohl innerhalb der Familie, als auch im nachbarschaftlichen Verhältnis oder auf der Arbeit. Zu sehr sind die Menschen hier auf Búzios oft direkt von einander abhängig und aufeinander angewiesen.

Wer sich hier als Fremder nicht gerade wie der berühmte Elefant im Porzellanladen benimmt, oder von Anfang an den Grosskotz mimt, der kann sicher sein, wenn er mit einem Problem an die Tür des Nachbarn klopft, wird sie ihm ganz bestimmt aufgetan.