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Illegal Bauen In Buzios

In Buzios Bauen Wie Man Will Und Seine Hindernisse

Vor der Tür also ein Beamter der Bauaufsicht mit einem Kollegen. Ich bitte beide freundlich herein, gehe mit ihnen auf meine Veranda, von wo man einen herrlichen Blick auf die Bautätigkeiten werfen kann. Ein sorgenvoller Blick in irgendwelche Unterlagen, die Herren verabschieden sich und sagen, sie gehen jetzt sofort dort hinüber.

Ich war natürlich neugierig und so blieb ich auf meiner Terrasse stehen und verfolgte gespannt das weitere Geschehen, ich kenne das ja aus Deutschland, wenn eine Baustelle versiegelt wird. Also, wie würden die Beamten hier wohl vorgehen.

Von meinem Standpunkt konnte ich gut erkennen, wie die beiden Einlass verlangten, der ihnen auch gewährt wurde. Mit Gesten wiesen die beiden sich gegenseitig auf die Menge an Baumaterial hin, gingen dann weiter zu Baustelle und nach kurzem hörte die Bautätigkeit auf und die Handwerker zückten irgendwelche Ausweispapiere, welche feinsäuberlich von den Beamten notiert wurden. Dann hinterließen die Ordnungsbeamten einen ausgefüllten Bogen eines Formulars auf der Baustelle, verließen den Ort des Geschehens und die Bauhandwerker verdrückten sich nach und nach.
Ruhe war‘s! … Hatte ich gedacht. Kaum eine Woche später erwachte ich morgens erneut durch mir bekannte Geschäftigkeiten auf dem Nachbargrundstück. Es wurde wieder gebaut, ich wollte meinen Augen nicht trauen. Gegen zehn – vorher hatte es einfach keinen Sinn – bei einer Behörde anzurufen, war ich wieder an der Strippe: „Es geht noch mal um meine Beschwerde Nummer 479. Da waren letzte Woche zwei Beamte hier, der Herr Diego mit seinem Kollegen. Man hat die Baustelle stilgelegt, aber seit heute wird wieder gebaut“. „Kleinen Moment, ich schaue mal gerade nach.“ Es vergeht eine Weile, „Ja das ist richtig, man hat das Bußgeld gestern bezahlt.“ „Ja und wurde nun ein Bauantrag gestellt oder von Ihrer Behörde eine Baugenehmigung erteilt?“ „Moment… …., soweit ich erkennen kann, nein.“ „Ja und dürfen die nun weiter bauen?“ „Dürfen natürlich nicht, aber das haben wir hier laufend, dass nach Bezahlung des Bußgeldes weitergebaut wird. Ich schicke die Kollegen noch mal hin.“ Ein paar Tage später treffe ich in der Stadt durch puren Zufall Diego den Beamten von der Baupolizei. Ja, er sei noch einmal dort gewesen, er habe einen neuen höheren Bußgeldbescheid ausgestellt.

Es wurden insgesamt drei Bußgeldbescheide im Gesamtwert von R$ 3.000,00 oder umgerechnet       € 1.200,- ausgestellt und bezahlt. Nur die Bautätigkeit wurde nicht eingestellt. Also wurde ich noch einmal persönlich bei der Baubehörde vorstellig. Es wurde mir fast zum Sport, einfach mal zu sehen, wie weit es ein Schwarzbauer hier treiben kann. Schließlich landete ich im Büro vom Leiter der Baubehörde, Herrn Otávio. Der war als Mann mit eisernem Besen bekannt, er rief sofort einen Richter an und bat um eine Abrissgenehmigung für die illegale Baustelle so und so. Die Baubehörde möge einen Antrag stellen. Dieser Antrag wurde gestellt, musste allerdings eben noch vom Bürgermeister gegengezeichnet werden – eine reine Formalität!
Stand der Dinge, der Rohbau steht nun eingedeckt vor meiner Haustür, ein Abriss ist nicht erfolgt. Wie ich später durch einen Vermessungsingenieur erfahren habe, vertritt der jetzige gewählte Bürgermeister die Auffassung, dass Abrissbescheide seitens des Gerichtes, von ihm gegengezeichnet, sehr schlecht für seine Wiederwahl wären und so häufen sich in seinem Körbchen 250 Anträge auf Abriss illegaler Baustellen in Búzios – die wohl nie einem Richter zur Entscheidung vorgelegt werden. Damit darf sich dann der Nachfolger rumschlagen.