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In Buzios Dem Mero Auf Der Spur

Buzios - Ein Tauchabenteuer Teil 2

Wie gewöhnlich ist das Wasser in den Tropen recht warm, allerdings ab 15 -20 Meter Tiefe wird es dann schon spürbar kälter, es war also ein weiser Rat des Tauchlehrers, 7mm Neoprenanzüge anzuraten. Da die Gruppe über sich einen strahlend blauen Himmel hatte, war auch die Unterwassersicht hervorragend. An regnerischen Tagen wären es vielleicht nur 10 Meter gewesen, aber so hatte man gute 50 bis 70 Meter Sicht in dem klaren Wasser.

Marcio machte ein Zeichen und wies in die Richtung Riff, Mirco hatte vorsorglich einen Magentafilter vor das Objektiv geschraubt. Das sollte sicherstellen, dass man auf dem Foto später die Originalfarben der Unterwasserflora und Fauna sehen konnte, in dem der Farbabsorption des Wassers entgegengewirkt wird.

Die Vierergruppe mit dem erfahrenen Tauchlehrer ließ sich langsam am Riff abwärts gleiten und war bald auf der angestrebten Tiefe von 20 Metern angelangt.  Jetzt galt es Ruhe zu bewahren und Ausschau zu halten, wo konnte man eine größere Höhle am Fuß der Felsen ausfindig machen, wo konnte sich ein Mero aufhalten? Der Mero war von Natur aus eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen, warum auch, Feinschmecker schätzten ihn nicht besonders, er hatte kaum natürliche Feinde, fand einen stets reichlich gedeckten Tisch vor, ein Friedfisch allererster Güte also.

Wenn man einmal einem Mero aus nächster Nähe ins Auge schauen konnte, meint man sogar so etwas wie eine gewisse Zärtlichkeit entdecken zu können. Man fühlt sich wahrgenommen und akzeptiert.

Da! Was war das da im Schatten des großen hellen Steines? Man musste näher heran, um sich Klarheit zu verschaffen. Also so groß hatte ihn sich niemand vorgestellt, aber das war tatsächlich ein ausgewachsener Mero von gut und gerne dreieinhalb Metern Länge. Er hatte die Gruppe schon lange entdeckt, beobachtete sie eine Weile bis er zu der Überzeugung kam, dass von ihr scheinbar keine Gefahr ausging. Langsam löste er sich aus dem Schatten und ging seinen Tätigkeiten wieder nach. Er bewegte sich schwerfällig und machte keinen einzigen Flossenschlag zu viel, als müsste er mit seiner Energie haushalten. Marcio hatte einen Köderfisch mitgebracht, den er dem Mero nun hinhielt. Der Mero näherte sich zwar etwas, nahm den Köder wahr, aber man schien nicht seinen Geschmack getroffen zu haben – er verschmähte den Leckerbissen, der eigentlich zu einer gelungenen Aufnahme führen sollte: Wir füttern einen Mero.
Ja Marcio, was so ein echter Vegetarier ist, dem kann man mit einem toten Fisch nun wirklich keine Freude machen.  Erst hatte es die Gruppe gar nicht bemerkt, so war man mit dem Mero beschäftigt, denn irgendwie wollte jeder einmal mit dem Riesenfisch aufs Bild kommen. Es gesellten sich noch zwei Meros – wenn auch kleiner – dazu, die scheinbar ebenfalls in der Höhle gewesen sind. Mirco schoss der spitzbübige Gedanke durch den Kopf: Das müssen Weibchen sein, Männer sind nicht so neugierig.