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In Buzios Werden Auch Kluge Entscheidungen Getroff

Buzios - Das Friedliche Nebeneinander Der Kulturen 2

In Búzios nimmt keine Gruppe für sich in Anspruch, die allein heiligmachende Religion zu besitzen  - ich meine es reicht ja auch völlig, wenn manche Geistlichen davon noch immer überzeugt sind. In der Politik ist es wie überall auf der Welt, wer gerade an der Regierung ist, schimpft auf die Vorgänger, die einem einen Scherbenhaufen hinterlassen haben und natürlich in den vier oder acht Jahren alles verkehrt gemacht haben. Jetzt wird alles anders werden – ‚besser‘ sagt keiner!

Und so geht es in kleinen Schritten vorwärts, weiter voran in eine unsichere Zukunft, in der immer mehr Menschen mit immer den gleichen Gütern versorgt werden sollen.

Wenn sich da ein kluger Kopf gegen den Strom stellt, Entscheidungen anregt, die vielleicht sogar das mögliche Wachstum in Gefahr bringen könnten, aber auf lange Sicht, die Lebensqualität und das eigentliche Überleben sichern, hat er gleich eine Reihe von Schlauköpfen gegen sich, die natürlich völlig anderer Meinung sind. „Das machen wir jetzt mal so, auch wenn das einigen Herren nicht gefällt!“ So geschehen in Búzios, als ein Stadtplaner in weiser Voraussicht durchbrachte, dass hier in Búzios nicht höher als zweigeschossig gebaut werden darf. Das zweite Geschoss darf dabei nur 50 Prozent der Grundfläche des Erdgeschosses aufweisen.

Ergebnis nach 20 Jahren Anwendung dieser Einschränkung: Búzios in von Hotelklötzen nicht erschlagen worden, die erste Häuserreihe zum Strand ist, sieht aus, wie in einer Einfamilienhaussiedlung, niemandem aus dem ‚Hinterland‘ ist der Blick aufs Meer verbaut worden. Und natürlich ganz wichtig, der Massentourismus ist ausgeblieben, die All-Inclusiv-Touris tummeln sich weiter am Ballermann, das dörfliche Idyll ist nicht zerstört worden.

Unglaublich aber wahr, in armen Ländern Lateinamerikas, wie in Brasilien sind Hilfsorganisationen wie der Rotarier-Club, der Lions-Club, der Templerorden und wie sie noch alle heißen, bestens vertreten. Und zwar nicht von Ausländern besetzt, sondern von Brasilianern, die ihren Landsleuten auf mannigfaltige Weise unbürokratisch und praktisch helfen, wo es gebraucht wird. 
So gibt es auch in Búzios die Rotarier, die es sich für die nächsten fünf Jahre auf die Fahne geschrieben haben, dass alle Schulkinder in Búzios – das sind runde 7800 Schüler – auf ihre Sehkraft hin untersucht werden und jedes Schulkind bekommt kostenlos eine Brille – so denn nötig. Ohne bei Ländern der Alten Welt um Hilfe zu bitten!

Brasilien wird oft bereits als Schwellenland bezeichnet. Es ist vielleicht vielen Lesern gar nicht bekannt, der Staat Brasilien ist in Lateinamerika einer der wenigen, die energiepolitisch völlig unabhängig sind. Es braucht kein Barrel Öl importiert zu werden. Was gefördert und exportiert wird, so an schwerem Heizöl, wird an leichtem Heizöl wieder importiert. Die Gasvorkommen Boliviens waren nur so lange interessant, bis die großen Gasvorkommen in Brasilien gefunden wurden. Nun muss man allerdings Verträge einhalten.
Brasilien ist für Länder wie Angola zum Beispiel ein Geberland. Brasilien nimmt am allgemeinen Kreislauf des Nehmens und Gebens teil.