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Regen In Buzios

Buzios - Im Regen

Buzios – im Regen

Das war vielleicht ein Sauwetter, würde man in Deutschland vielleicht sagen, es hat von morgens bis abends und von abends bis morgens geregnet, tagelang!
Búzios war voller Gäste und alle, die mit Tourismus oder Fremdenverkehr (schöneres Wort – nicht wahr) zu tun hatten, machten sich Gedanken, was man tun könnte, um die Gäste zu beschäftigen.
Es muss schließlich für einen Gast frustrierend sein, die schönsten Tage des Urlaubs ins Wasser fallen zu sehen. Ich erinnere mich noch, wenn es in Deutschland einen Wolkenbruch gab, dann waren die Straßen wie leer gefegt und man schickte nicht mal den sprichwörtlichen Hund vor die Tür.
Das ist in den Tropen anders. Es fängt schon damit an, dass trotz Regen die Sambamusik nicht aufhört. Dann kommt hinzu, dass hier kein unangenehmer, eisekalter Regen fällt. Der Tag ist heiß, es regnet, na und? Eine kostenlose Erfrischung. Ganz klar, alle werden nass, aber das werden die Menschen in Badehose auch, wenn sie in den Pool springen oder im Meer baden gehen.
Kurz, in den Tropen wird das Leben trotz Regen nicht gleich trostlos. Gut zugegeben, es ist kein Strandwetter. Der Kinobesitzer hatte also die Idee, schon morgens um 11 eine Vorstellung zu fahren.
Die Jazzband aus dem kleinen Bistro, die eigentlich nur Spätnachmittags einsetzte, spielte schon zu Mittag. Es wurden jede Unmenge billiger Regencapes unter das Fußvolk gebracht. Für sage und schreibe 5 Real bekam man ein Regenzeug mit Kapuze, Ärmel, Knöpfen und Seitentaschen, transparenter Look, man war also noch zu erkennen. Die Flaniermeile, die Rua das Pedras, die in den Vormittagsstunden eigentlich mehr verlassen daliegt, weil die meisten Geschäfte sowieso erst um 14 Uhr öffneten, man hatte ja eine lange Nacht vor sich,  war angefüllt mit Menschen, die im Regen einen Schaufensterbummel machten. Viele Ladenbesitzer hatten sich schnell darauf eingestellt und öffneten früher.
Aber der Renner im Regen waren ganz klar die Ausflugsschiffe. Wie bei allerbestem Sonnenschein fuhren sie von Insel zu Insel, von Strand zu Strand. An Bord Latinorhythmen, es wurde getanzt, geflirtet, gegessen, geschwommen, eine Caipirinha getrunken, die Stimmung war selten so ausgelassen, wie bei Regen. Was machte es schon, wenn es goss, wer gerade einmal ums Schiff geschwommen war, war ohnehin nass. Ein Heidenspaß also offenbar für alle… und wem ist schon kalt bei 30 Grad im Schatten?
Búzios lässt sich also auch im Regen ertragen. Wem es um gutes Essen geht, darauf hat der Regen keinen Einfluss, im Gegenteil, die Fischer berichten, dass ihnen gerade bei Regenwetter schon so mancher kapitale Fisch ins Netz gegangen ist. Ulkiger Weise gibt es bei Regen besonders viele kleine Haie, die eine wirkliche Delikatesse darstellen.
Sie werden vielleicht denken, es gibt doch noch was, was man bei Regenwetter machen kann, nämlich tauchen! Richtig kann man, aber das macht nun bei richtigem Regenwetter nicht so große Laune, weil einfach das Licht fehlt. Bei schönem Sonnenschein hat man bis na sagen wir mal 15 Meter Tiefe doch ein anderes Licht unter Wasser, um die Fauna und Flora, Korallenriffe usw. zu besuchen. Aber es muss ja auch mal einen Tag geben, um die Ausrüstung zu pflegen, oder?