Buzios - Es Muss Nicht Immer Der Weiße Hai SeinKlar, es gibt Tauchexperten und ganze Tauchexpeditionen, die mit einer aberwitzig teuren Ausrüstung und ausgestattet mit dem nötigen Kapital einer Stiftung Unterwasser Jagd nach Kunstschätzen machen, die legendäre Wracks suchen oder Mythen und Legenden nach gehen. Manchmal liest man Veröffentlichungen von den sagenhaften Funden, die dann in Museen landen oder auf Kunstauktionen in die Hände millionenschwerer Liebhaber wechseln. Sind wir mal ehrlich, man liest nie darüber, wie viele Jahre diese Expeditionen umsonst gesucht haben, bis sie endlich fündig wurden. Keiner weiß die Tauchteams zu nennen, die niemals das angestrebte Ziel erreicht haben. Wer in Búzios einen dreiwöchigen Urlaub macht und sich für einen oder zwei Tauchgänge in Begleitung eines reviererfahrenen Tauchlehrers entscheidet, wird also nicht gleich mit triumphalen Ergebnissen wieder an die Meeresoberfläche kommen. Keine Medien, Fotografen, Reporter und Journalisten stehen bereit, wenn man wieder auftaucht. Es waren eben nichts Spektakuläres dabei. Wer allerdings noch nie in seinem Leben hautnah unter Wasser ein Riff oder lebendige Korallen gesehen hat. Wer noch nie die Farbenpracht der Meeresfauna und der vielen Anemonen und deren Bewohnern, den Clownfischen wirklich erlebt hat, der nimmt schon eine wunderbare Erinnerung mit, wenn er wieder an die Oberfläche des Atlantiks kommt. Muränen sind eigentlich hässliche Viecher und wenn sie blitzschnell vorschießen, um einen vorbeiziehenden kleinen Fisch anzugreifen und es bleibt dann so gar nichts mehr übrig von ihm – wenn man all das mal mit eigenen Augen gesehen hat, das sind schon bleibende Eindrücke. Es muss also nicht immer gleich der Weiße Hai sein, eine ganze Delphinschule oder gar Buckelwale. Da von uns aus die Antarktis nicht allzu weit weg ist, wird es allerdings niemanden verwundern, dass in den nahrungsreichen Strömungen um Búzios herum zu bestimmten Jahreszeiten sogar die Wale vorbeiziehen und hier ihre Kinderstube einrichten. Für die sieben Monate dauernde Säugezeit ziehen die Wale wärmere Gewässer vor, weil die Jungtiere im Anfang noch sehr kälteempfindlich sind. Selbst der fast ausgerottete Blauwal, der Anfang des letzten Jahrhunderts noch mit weltweit 250.000 Angehörigen vertreten war, soll schon gesehen worden sein. Die bis zu 30 Meter langen Tiere, deren heutige Anzahl auf etwa 10.000 weltweit geschätzt wird, haben in der Arktis und Antarktis ihre eigentliche Heimat. So ein hungriger Wal, der sich hauptsächlich von Krill einer kleinen Krebsart ernährt, kann bei einer Mahlzeit bis zu vier Tonnen davon aufnehmen. Die Krillschwärme sind oft kilometerlang und in hiesigen Gewässern und in den kalten Regionen des Planeten zu finden. Blauwale tauchen daher kaum tiefer als 100 Meter, weil sie stets in der Höhe ihres Lieblingsfutters schwimmen. Taucher haben beobachtet, dass im Gegensatz zur landläufigen Meinung die größten Säugetiere dieser Welt nicht stundenlang unter Wasser bleiben, sondern nur Tauchgänge von drei bis elf Minuten unternehmen. Dann müssen sie wieder an die Meeresoberfläche um zu atmen. Die dabei ausgestoßene Fontäne kann bis zu 9 Metern hoch sein. Ich bin ja mal gespannt, ob ich von meinem Bürofenster aus dieses Spektakel einmal erleben werde.
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