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Ungefaehrlich Fuer Kinder In Buzios

Buzios - Ein Paradies Fuer Kinder 1

Als der liebe Gott Búzios gemacht hatte, da muss er sehr an die Kinder gedacht haben. Hier gibt es nicht nur viele Kinder, es ist auch Raum für sie da. Das Herz der Menschen schlägt für die Kinder, deren Nöte, deren Bedürfnisse und deren Entfaltung.
Gut, es gibt hier keine Universität, ja nicht einmal ein Gymnasium,  das hat man anders lösen müssen, aber Grundschulen und Kindergärten sind reichlich vorhanden. Nun wollte ich mich eigentlich in diesem Artikel nicht mit dem brasilianischen Bildungssystem und den damit verbundenen Problemen in besonderer Berücksichtigung von Búzios auseinandersetzten. Eher wollte ich hier den Freiraum der Kinder ansprechen, die vielen Spielmöglichkeiten, das Fehlen von Gefahren aus den modernen Zeiten der Großstadt. Die Halbinsel Búzios ist nicht eben eine ländliche Gegend, aber wenn man einmal von den drei Monaten Hauptsaison absieht, gibt es Nebenstraßen, durch die tagelang kaum ein Auto fährt.

Die Straßen in Búzios sind gepflastert. Gut zugegeben, es gibt kaum Asphaltstraßen und sogar noch eine Menge Wege, die noch einen Ausbau warten. Die Folge ist, der Autofahrer wird schon aus diesen beiden Gründen gezwungen, langsamer zu fahren. In weiser  Voraussicht haben die Stadtväter und Straßenplaner für die unbelehrbaren Autofahrer in die Straßendecken noch Schikanen wie Schwellen eingebaut. Der Buzianer ist ein typischer Familienmensch, dem Vater oder der Mutter würde es nie einfallen, ohne die gesamte Schar von Sprösslingen an den Strand zu gehen. Wer es sich leisten kann, spendiert den Kindern am Strand ein Eis oder ein Erfrischungsgetränk, wem es nicht so gut geht, der hat eine Kühltasche dabei, damit die Kleinen keinen Durst zu leiden brauchen. Was man in Brasilien in der heutigen Zeit immer mehr am Strand antrifft, sind die Kleinfamilien, Vater, Mutter und nur ein Kind, welches garantiert nicht sich selbst überlassen bleibt.
Nintendos oder Tamagochis sind hier völlig unbekannt. Zwar wird in meinen Augen auf der ganzen Welt zu viel ferngesehen, aber wenn das Spielangebot mit Spielplätzen, reichlich Nachbarkindern so groß ist, dann verliert die TV-Kiste schnell ihren Reiz.  Auf den Schulhöfen geht es wie überall auf der Welt, recht munter und für meine Ohren zu laut zu, aber man sieht glückliche Kinder, die keinen links liegen lassen.
Die Kinder lernen früh die Bedeutung von Wind und Wellen kennen, schauen zum Himmel, wenn es regnet und schätzen ab, wie lange der Schauer wohl noch dauert. Man geht Eidechsen oder Frösche  fangen, erzählt sich, wenn man irgendwo einen Skorpion oder eine Schlange entdeckt hat. Schmusetiere, wie der kleine Hund oder die Katze werden liebevoll gepflegt und verhätschelt. Ein Tier schlecht zu behandeln, darauf käme hier wohl kein Kind. In São Paulo habe ich erlebt, wie sich Kinder einen Spaß daraus machten, Katzen und Hunde mit brühendem Wasser zu „überraschen“.
Die soziale Ader scheint den Buben und Mädchen hier bereits in die Wiege gelegt zu sein, denn wenn in der Nachbarschaft eine Familie aus Uruguay Ferien macht und da ein Kind dabei ist, wird es ohne langes Federlesen mit in die Spielgemeinschaft aufgenommen… die paar Brocken Spanisch, die es braucht, sind schnell gelernt – eben spielend.