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Wandere, Kommst Du Nach Buzios

Buzios - Die Eingewoehnungsphase

Wandere,  Kommst Du Nach Buzios

Wanderer kommst Du nach… na dieses Mal nach Búzios. Jeder Mensch, der hier in Búzios landet hat einen langen Weg hinter sich. Niemand stolpert zufällig über Búzios, wenn er mal vierzehn Tage Urlaub machen möchte. Búzios ist zu weit weg, zu unbekannt, zu versteckt, irgendwie sogar zu unentdeckt – was die Liebenswürdigkeit dieses Ortes ausmacht.

Wer allerdings viel in seinem Leben rumgekommen ist, der hat irgendwann auch von diesem Ort gehört, ist neugierig geworden und steht irgendwann dann hier auf dem Platz. Wem immer es so ergeht, dem empfehle ich wärmsten Herzens, sich zu entspannen, sich Zeit zu nehmen und sich Zeit zu lassen. Sie werden ein paar Monate brauchen, um sich zu entschlacken. Es wird eine Zeit dauern, die vielen neuen Eindrücke in sich aufzunehmen und zu eigen zu machen.

Im Anfang wird es den Neuankömmling erstaunen, mit welcher selbstlosen Freundlichkeit auch der völlig Unbekannte hier Aufnahme findet.  Was ich als Mensch, der ich gerne koche, in brasilianischen Metropolen nicht entdecken konnte, hier finde ich es nach kurzem Suchen, zum Beispiel echten Kümmel, Senf aus Dijon, Roggenmehl, Trockenhefe, selbst Wacholderbeeren, Sternanis usw.

Búzios hat sich mit seinen Angeboten auf die Geschmäcker der internationalen Köche und Gäste eingestellt. Das gilt sowohl für die Supermärkte, als auch für die Restaurants. Und über allem liegt ein Flair der Tropen. Man spricht selbst in der Architektur vom ‚Buzianischen Stil‘. So findet man als vorwiegend verwendete Materialen Glas, Holz und weißes Mauerwerk vor. Als Accessoires werden Ratan, Bambus, Naturtöne und jede Menge Pflanzen verwendet. Hier habe ich auch zum ersten Mal in Brasilien viel objektbezogene Beleuchtungen gesehen, die selbst nachts aus den Gärten eine optische Augenweide machen.

Die Straßen und Wege sind im Allgemeinen gepflastert und laden daher nicht zum Rasen ein. Es geht gemütlich zu, man findet sogar noch herrenlose Pferde an, die am Wegesrand grasen. Niemand stört sich daran. Es geschieht alles in einem ruhigen Miteinander. Was im Straßenbild völlig fehlt, sind Bettler und Betrunkene.  Woran das liegt, keine Ahnung, aber die paar Obdachlosen aus dem Nachbarort Cabo Frio werden hier liebevoll umsorgt, mit täglich einer warmen Mahlzeit versehen und es kommt auch immer wieder zu Spenden der gemeinnützigen Vereine, wie dem Rotarier Club, wovon Anziehsachen und Schuhwerk gekauft wird. So bestens behandelt machen sie sich wieder auf in die Nachbarstadt.

Warum ich Ihnen das alles schreibe? Ich versuche Ihnen einen kleinen Einblick in das Alltagsgeschehen in Búzios zu vermitteln. Ich möchte, dass Sie nachempfinden können, was ich empfunden hatte, als ich in Búzios eintraf. Vielleicht können meine Berichte den einen oder anderen ‚weißen Elefanten‘ dazu verführen, auch nach Búzios zu kommen, sich hier zu investieren und Verantwortung zu übernehmen. Wissen Sie, das Gefühl, welches ich beim Eintreffen hatte, ist mit den Worten: Ich war angekommen! – am ehrlichsten zu umschreiben.