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Zimmer In Buzios Ueberr Ostern

Buzios - Der Tourismus 1

Für viele Brasilianer ist es das Lebensziel schlechthin, irgendwo eine Pousada – sprich eine Privatpension – aufzumachen. Landauf landab gilt die Ansicht, anschließend habe man ausgesorgt. Selbstverständlich hat kaum einer je eine Ausbildung zum Hotelkaufmann oder wenigstens einen Kurs besucht, der die nötigsten Buchhalterischen Kenntnisse lehrte. Keinen blassen Dunst von Werbebudget, Marketingstrategien, Kalkulationen, Kosten-Nutzen-Rechnungen. Da wird eine Pension aufgemacht und dann fragen sie, wann die Gäste kommen. Woher zum Teufel der europäische Urlauber wissen soll, dass es da zum Beispiel in Búzios eine neue Pension gibt, darüber wird nicht nachgedacht. Eine Website einrichten, moderner Schnickschnack!

Ende vom Lied ist dann, dass es in Ausflugsorten, wie Búzios Privatpension gibt, die im Minimalstandard ausgerüstet sind, leer stehen und nach einem bis zwei Jahren vor sich hin dümpeln zum Verkauf angeboten werden. Erst ist die Preisvorstellung dann so hoch, dass man eben hier den Reibach zu machen gedenkt, aber mit den ablaufenden Monaten zieht dann die Realität ein. Zu viele Pensionen stehen zum Verkauf, besser ausgestattete, die sogar schon gute Besucherzahlen erlebt haben. Vor einem Jahr etwa wurde hier eine Privatpension mit 12 vollausgestatteten Suiten angeboten. Vollausstattung heißt, Zimmer mit Bad, Deckenventilator, Minibar, Klimaanlage und TV. Erst träumte man von 600.000,- Dollar, verkauft wurde dann für 500.000,- Real oder umgerechnet für 200.000,- Euro mit Schwimmbad, Eignerhaus, Frühstücksküche, Grillecke, Garten und Parkmöglichkeiten. Selbst wenn so eine Pension leer steht, verschlingt sie monatlich locker an die 2.000,- Real an Unterhalt – man darf also nicht nur den letztendlichen Kaufpreis und die 12 Suiten sehen. Ein Faktor ist auch die Lage. Wieweit ist es bis zum nächsten Strand? Haben die Suiten Meeresblick? Kann man den traumhaften Sonnenuntergang sehen? Kleinigkeiten, die für den zahlenden Gast wichtig sind.
Der Tourismus hat sich in Búzios zu der oft einzigen Einnahmequelle herauskristallisiert. Das gilt nicht nur für die direkten Hotel- und Pensionsbesitzer, auch für Zulieferer, Hauspersonal, Wartungsfirmen und eine – leider völlig unzureichend ausgebildete – Handwerkerriege.
Wenn hier die Frage gestellt würde: Will Búzios mehr Tourismus? Man müsste, um ehrlich zu sein, zwei gegenteilige Antworten geben. In der Hauptsaison kann Búzios nicht noch mehr Touristen verkraften. Der jährlich wachsende Autostrom hat seine zumutbaren Grenzen erreicht, sowohl für die Buzianer als auch für den Touristen, der für eineinhalb Kilometer eine halbe Stunde in der Schlange der einzigen Hauptstraße steht. Selbst die Süßwasserversorgung wird um Weihnachten, Neujahr oder Karneval zum Problem – ganz zu schweigen vom Abwasser.
Auf der anderen Seite steht ganz Búzios monatelang leer bei schönstem Sonnenschein und Strandwetter. Zur Haupturlaubszeit in Europa oder zum Beispiel den Herbst- und Osterferien steht Búzios mit offenen Händen, günstigen Preisen und allen Möglichkeiten zur Verfügung. Das Angebot wird kaum genutzt, weil es keine Marktstrategen gibt, die die Hotels, die Tourismusbehörde und die Pensionen unter einen Hut bringt. Da müsste ja jeder ein kleines Scherflein beitragen. Das möchte man dann doch lieber nicht und so bleibt alles beim Alten und Wiegehabten